Der Körperbau des Jagdhundes in der Jägersprache

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Hund und Wolf teilen ein typisches Raubtiergebiss mit 28 Milchzähnen und einem Dauergebiss mit 42 Zähnen. Wie bei allen Hundeartigen erfolgt der Zahnwechsel ab dem 4.-9. Monat und ist mit 10-12 Monaten abgeschlossen. Der Hund und somit auch der Jagdhund ist die domestizierte Form des Wolfes.

Fruchtbarkeit

Im Gegensatz zum Wolf haben Hunde eine deutlich höhere Fruchtbarkeit. Rüden erreichen bereits mit 8-12 Monaten die Geschlechtsreife. Hündinnen sogar schon mit 7-10 Monaten. Normalerweise werden Hündinnen zweimal im Jahr (Frühjahr und Herbst) für  rund 25 Tage läufig. Vom 1.-9. Tag ist die Hündin in der sogenannten Vorhitze. Die Haupthitze, während dieser die Hündin unbedingte Paarungsbereitschaft zeigt, liegt zwischen dem 10. und 15. Tag. Ab dem 16. Tag klingt die Paarungsbereitschaft mit der Nachhitze aus. Durch Superfekundation (schubweise Eireifung) ist die Hündin in der Lage Ihre Eizellen von unterschiedlichen Rüden befruchten zu lassen.

Deckakt

Während des Deckaktes und während des sogenannten Hängens (15-30 Minuten nach der Ejakulation) dürfen Hunde nicht „gewaltsam“ getrennt werden.  Der Penis des Rüden schwillt beim Deckakt soweit an, dass dieser nicht aus der Scheide (Schnalle) des Hundes gezogen werden kann. Es besteht ein erhebliches und schmerzhaftes Verletzungsrisiko was vom einfachen Bluterguss bis zur Zerrung und oder Riss führen kann!

Trächtigkeit Nach 63-65 Tagen bringt die Hündin zwischen 3-8 Welpen, blind und leichtbehaart zur Welt. Nach ca. 10 Tage öffnen die Welpen zum ersten Mal Ihre Augen.

Danach durchlaufen die Welpen verschieden Entwicklungsphasen:
Säugephase

Bis zur 3. Woche ernähren sich die Welpen ausschließlich von Milch. Danach ernähren sich die Welpen bis zum Abschluss der Säugephase von Milch und zugefütterter Nahrung. Nach 8 Wochen endet die Säugephase.

Prägungsphase

Die Prägung der Welpen auf die Hündin erfolgt zwischen der 4.-7. Woche  und hält ein Hundelebn lang an.

Sozialisierungsphase

Zwischen der 9. – 12 Woche lernen die Welpen das Verhalten im Rudel und es erfolgt die Prägung auf den Rudelführer, also den Mensch!

Impfungen

In der 6. Lebenswoche werden Hunde zum ersten Mal  mit einer 4fach-Impfung gegen Staupe, Hepatitis, Leptosirose und Parvovirose geimpft. Im Alter von 12 Wochen erfolgt die zweite Impfung, diesmal 5fach gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und zusätzlich Tollwut.

Angewölfte (angeborene) Eigenschaften

Einige Eigenschaften werden den Jagdhunden bereits in die Wiege gelegt und sind nicht durch Abrichtung oder Dressur zu erreichen.

Dazu zählen:

  • Lautäußerungen (Spurlaut bei Hasen, Fährtenlaut bei Schalenwild, Sichtlaut)
  • Arbeitsfreude, Bringfreude und Wasserfreude
  • Vorstehen
  • Schärfe (Aktive Haltung, Mut des Hundes) !!Achtung!! Weimaraner und Deutsch-Langhaar haben Mannschärfe
  • Wesensfestigkeit
  • Führigkeit

Gehorsam ist dagegen keine angewölfte Eigenschaft sondern das Ergebnis der Erziehung!

Zucht

Es gibt je nach Rasse Kriterien die für die Zucht erwünscht sind. Typische Merkmale sind in den Rassestandards definiert. Die Zuchtordnung beschreibt die Standards je Rasse. Von besonderer Bedeutung sind dabei Körperbau und Haarstruktur (kurz, lang, rau, draht).

Folgende Ausschlusskriterien (Körperfehler) gelten bei der Zucht für alle Rassen:
  • Augenfehler – Entropium (nach inner gestülpte Augenlieder) , Ektropium (nach außen gestülpte Augenlieder)
  • Gebissfehler – Vor-, Rück-, Zangen-, Krezugebiss oder das Fehlen von Zähnen
  • Hüftgelenkdysplasie (HD) – Reiben des Beckenknochens in der Gelenkpfanne
  • Wolfsklaue – Afterzehe an der Hinterpfote
Jagdhund

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